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Faustregeln für barrierefreie Naturerlebnisse

Für alle Zielgruppen, d.h. blinde und sehbehinderte Menschen, gehörlose Menschen und Menschen mit starken Hörbehinderungen, Menschen mit Mobilitätsbehinderungen und Menschen mit geistigen Behinderungen gilt:
Besonders geeignet sind alle Touren, die viele Erlebnisse der Sinne ermöglichen, Tastangebote, Riechangebote und akustische Erlebnisse.

Faustregel 1: Die „Räder-Füße“-Regel.

Sind meine Angebote sowohl für rollstuhlnutzende als auch für gehende BesucherInnen durchgängig nutzbar?

Faustregel 2: Die „Zwei-Kanal“-Regel.

Sind meine Informationen durch mindestens zwei der Sinne (Sehen, Hören, Fühlen) wahrnehmbar?

Faustregel 3: Die KISS-Regel.

Biete ich meine Informationen nach der Methode „Keep It Short and Simple“ („Drücke es einfach und verständlich aus“) an?

Die wichtigsten Erfahrungen nochmals kurz zusammengefasst:

  • Eine gute Ausschilderung der Anfahrt, der Parkplätze und der Wege hilft allen ortsunkundigen Gästen. Auf jedem Parkplatz sollte mindestens ein Stellplatz für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen ausgewiesen sein.
  • Informationsmaterial benötigt große Schrift und deutliche Kontraste. Eine zusätzliche Ausgabe in leichter Sprache und Brailleschrift ist wünschenswert.
  • Ausleihbare Relief-Pläne mit Informationen zum Weg und zur Wegführung helfen blinden Gästen bei der Orientierung.Beispiele hierfür haben die Blindenverbände und das Umweltschutzamt in Reutlingen.
  • Ausleihbare Audiomaterialien können blinden Gästen Zusatzinformationen zum Weg und seiner Umgebung ermöglichen, sind für RollifahrerInnen ideal, ebenso für SeniorInnen und für Familien. Ein weiterer Vorteil von Audio-Guides ist der Preis und die Stabilität. Sie sind einfach herzustellen, schnell aktualisiert und können nicht zerstört werden, ein Pfand beim Verleih ist üblich. Alle Arten von freistehenden Infotafeln sind von Vandalismus bedroht.
  • Wenn eine Exkursion auf breiten Wegen mit Pferdekutschen stattfindet, so benötigt die Kutsche eine Einstiegshilfe für Gäste im Rollstuhl und genügend Freiraum im Inneren. Bei Führungen hilft schwerhörigen Gästen eine tragbare FM-Anlage (Funkübertragungsanlage) und natürlich Gebärdensprache-Dolmetscher und schriftliches Material in leichter Sprache für Erwachsene.
  • Elektro-Mobile und Leihrollstühle sind eine Möglichkeit für ältere und gehbehinderte Menschen die Alb zu erleben.
  • Manche mobilitätsbehinderte Gäste benutzen eine Fahrrad-Rollstuhl-Kombination. Für blinde Gäste mit Begleitung sind Tandems ein gutes Angebot.
  • Ausreichend Toiletten, auch befahrbare, sollten vorhanden sein.
  • Für Übersichtstafeln mit Wandervorschlägen sind Übersichtlichkeit, große Schriften, starke Kontraste, Farben, Streckenlängen und Steigungen wichtig, evtl. Ergänzungen in Brailleschrift.
  • Für Menschen mit Mobilitätsbehinderungen sind Bänke von großer Bedeutung. Alle 100m eine Bank mit Rückenlehne und seitlichen Stützen wird empfohlen.
  • Eine weitere Möglichkeit für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, eine Region kennen zu lernen sind Audio-visuelle Angebote, d.h. Filme oder Diashows. Dazu sollte ein geschlossener Raum mit bequemen Sitzmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
  • Wenn alle Internetseiten über den Truppenübungsplatz und das Biosphärengebiet barrierefrei sind, kann jede/r Blinde diese Seiten in Brailleschrift ausdrucken und sich von seinem Screenreader vorlesen lassen. Für Sehbehinderte können barrierefreie Seiten stark vergrößert werden und sind damit lesbar.

Gute Beispiele:

Ein Beispiel aus der Eifel, wie es auf der Alb in Zukunft aussehen könnte:
Barrierefrei die Eifel kennen lernen: Der barrierefreie Eifel-Naturerlebnispfad ist seit dem 5. August 2006 in Marmagen zugänglich. An insgesamt zwölf Stationen können die Besucher unter anderem die Blütenpracht von Kalkmagerwiesen, einen historischer Bauerngarten, das Leben am Teich oder die römische Geschichte der Eifel erleben. Sehbehinderte können anhand von Modellen die heimische Insektenwelt ertasten. - "Waldgeheimnisse" lüftet die aktuelle Ausstellung im Nationalpark Eifel. Ein zentrales Element ist ein begehbares Hörspiel, das die Besucher durch ein Buchen-Labyrinth führt. Ertastbare Präparate und Erklärungen in Brailleschrift runden das Angebot ab. Geöffnet täglich 10 - 17 Uhr, Eintritt frei.
Email:dickmann@nationalpark-eifel.de. Internet: www.eifel-barrierefrei.de .
Großen Publikumsandrang verzeichnete die Ausstellung „Der (im)perfekte Mensch“, www.imperfekt.de, die im Dezember 2000 vom Deutschen Hygiene Museum Dresden und der Aktion Mensch eröffnet und später in Berlin gezeigt wurde. Mit dieser Ausstellung wurde ein neuer Standard in der barrierefreien Präsentation in Deutschland gesetzt und gezeigt, dass behinderte Gäste im Museum willkommen sind und ernst genommen werden: stufenlose Erreichbarkeit, Lifte, Rolli-WCs, Objekte auch in Sitzhöhe, Bodenleitsystem, Audioführung in Standardsprache und „Leichter Sprache“, Führungen in Gebärdensprache, Untertitelung von Filmen, Begleitbuch zur Ausstellung auch auf CD mit Bildbeschreibung und vieles mehr.
Beide Ausstellungen entstanden in intensiver Zusammenarbeit mit behinderten ExpertInnen und ihren Organisationen. Auch kleine Häuser können – Schritt für Schritt – in Richtung Barrierefreiheit gehen, wenn sie die drei Faustregeln zur Barrierefreiheit und einige Standardmaße beachten.

Weitere Beispiele:

www.nationalpark-hainich.de

www.biopresent.de/erlensee.html