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Barrierefreiheit


Die Anfänge der „Barrier-free-Bewegung“ entstammen den 50er Jahren der USA. Dort waren es die behinderten Kriegsveteranen und einige Behindertenorganisationen, die auf die physischen Barrieren in der bebauten Umwelt hinwiesen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es selbstverständlich, dass Menschen mit Handicaps nur soweit am normalen Leben teilnehmen konnten, wie es ihre Behinderung zuließ. An zusätzliche Ausgaben oder Anstrengungen wurde nicht gedacht, allenfalls Betreuungsanstalten wurden von karitativen Einrichtungen gebaut. Die Gedanken einer gleichberechtigten Teilhabe am alltäglichen Leben von behinderten Frauen und Männern in allen Bereichen der Gesellschaft ist erst ca. 50 Jahre alt und menschheitsgeschichtlich relativ neu. Mit dem Internationalen Jahr der Behinderten 1981 wurde eine allmähliche Veränderung in der Sichtweise behinderter Menschen eingeleitet, die man als Wechsel vom „medizinischen Modell“ zum „sozialen Modell“ oder auch von der „Fürsorgeperspektive“ zur „Bürgerrechtsperspektive“ bezeichnet. Bei diesem Perspektivenwechsel geht es darum, dass Frauen und Männer mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen nicht länger als defizitär, als Menschen zweiter Klasse und von Bevormundung oder Überbehütung betroffen anzusehen sind. Sie sind Bürgerinnen und Bürger mit den gleichen Rechten wie alle anderen auch. Diese „barrierefrei-Philosophie“ fand in Deutschland Anfang der 90er Jahre Eingang in die bestehende „Behinderten-Bau-DIN“ 18025 Teil 1 und Teil 2, die seitdem „Barrierefreie Wohnungen – Wohnungen für Rollstuhlbenutzer“ und „Barrierefreie Wohnungen“ heißen. 1998 folgte die Norm 18024 Teil 1 und Teil 2, die die barrierefreie Gestaltung von öffentlichen Gebäuden und Arbeitsstätten, Straßen, Wegen und Plätzen beschreibt. Beide Baunormen wurden 2002 zusammengefasst in der DIN 18030. In vielen Bauordnungen der Bundesländer hat das „barrierefreie Bauen“ schon Eingang gefunden und ein barrierefrei Prüfsiegel ist über die Gesellschaft DIN CERTCO: www.dincertco.de bereits erhältlich.

Barrierefreiheit geht aber weit über den reinen Baubereich hinaus und umfasst auch die Bereiche Verkehrsmittel und Verkehrstechnik, Informations- und Kommunikationsübermittlung. Bei Produkten und Konsumgütern, von der Gabel über den Videorecorder bis zum Internet, spricht man dagegen eher von Universal Design. Die DIN-Normen geben den technischen Standard vor, sind aber nicht unmittelbar verpflichtend. Seit dem 1. Mai 2002 gibt es in Deutschland eine bundesgesetzliche Regelung für Barrierefreiheit.

http://www.aktion-grundgesetz.de/gleichstellung/seite__36287.html

www.nullbarriere.de

http://www.akbw.de/service/barrierefreies-bauen_95.htm

http://www.behindertenbeauftragter.de

Im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), findet man in § 4 eine umfassende Definition: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen, sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“

Die Definition spricht ausdrücklich von „gestalteten Lebensbereichen“. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass „natürliche Lebensräume“ oft nur schwer barrierefrei zugänglich gemacht werden können. Hier müssen individuelle Lösungen gefunden werden. Die Regelungen zur Barrierefreiheit im BGG betreffen zuallererst den Bund, für den sie verpflichtend sind. Für private Unternehmen sieht das Gesetz den Abschluss von „Zielvereinbarungen“ vor. Behindertenverbände können jetzt mit privaten Einrichtungen zivilrechtliche Verträge zur Erreichung der Barrierefreiheit schließen. Auch auf Länderebene gibt es inzwischen ähnliche Formulierungen in Landesgleichstellungsgesetzen. Für das Internet sind die Richtlinien definiert und es gibt inzwischen Erfahrungen und Beispiele, an denen sich Anbieter orientieren können.

Die Planung einer barrierefreien Umwelt beginnt bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, geht über die Wege und endet beim konkreten Angebot.

Hier noch ein paar Texte zum Nachlesen:
Bauen für Alle
Barrierefreie Gestaltung von höhengleichen Reisendenübergängen in Bahnhöfen
Richtlinien für den öffentlichen Nahverkehr